03.08.2004
Biografie: Love And Life Best Of
DIANA ROSS
"Love & Life - The Very Best Of Diana Ross"
Sie zählt zu den erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Diana Ross ist seit vierzig Jahren künstlerisch aktiv und hat in dieser Zeit alles erreicht, was man im Musikgeschäft nur erreichen kann. Sie hat sämtliche Rekorde gebrochen und wurde mit Preisen geradezu überhäuft. Die US-Amerikanerin hat bislang - Hitkopplungen nicht mitgezählt - sage und schreibe 62 Alben veröffentlicht (25 davon mit den Supremes, 37 als Solistin) und kann voller Stolz auf eine schier endlose Hitserie mit unzähligen Gold- und Platinschallplatten zurückblicken. Das Billboard-Magazin kürte sie zur "Entertainerin des Jahrhunderts", das Guiness Book of Records verlieh ihr den Lifetime Achievement Award. Sie bekam 1981 einen American Music Award für "die beste Popsingle des Jahres" ("Endless Love"), konnte 1988 mit den Supremes in die ehrenwerte Rock 'n' Roll Hall Of Fame einziehen, erhielt 1993 auf dem Sidewalk Of Stars in New York ihren eigenen Stern und durfte sich 1999 auf Hollywoods berühmtem Walk Of Fame verewigen. Doch damit nicht genug der Ehrungen, denn Diane Ernestine Ross, so ihr Taufname, konnte nicht nur musikalisch reüssieren, als Schauspielerin und Fernsehpersönlichkeit hat sie ebenfalls mächtig abgeräumt. So weist ihre Trophäensammlung etwa einen Golden Globe für die darstellerische Leistung in "Lady Sings The Blues" (1972) sowie einen Cesar ("Mahogany", 1975) und einen Tony (fürs TV-Special "An Evening With Diana Ross", 1977). Das ist freilich nur eine kleine Auswahl einer beeindruckenden Erfolgsbilanz, die sich beliebig lange fortsetzen ließe.
Jetzt hält Lady Diana in ihrer Karriere kurz inne und schaut mit "Love & Life - The Very Best Of Diana Ross" auf die bisherige Wegstrecke zurück. Diese Hitkopplung, als Einzel-CD mit 21 Tracks und Doppel-CD mit 41 Tracks erhältlich, wiederholt die Laufbahn der Vokalistin sozusagen im Zeitraffer, dabei werden alle zentralen Stationen berücksichtigt.
Schon als kleines Mädchen träumte Diana Ross vom Starruhm, dieses Ziel verfolgte sie unerschütterlich. "Entschlossenheit ist der wichtigste Faktor in meiner Karriere", analysiert die Sängerin ihr beharrliches Vorgehen. "Ich verlange sehr viel von mir selbst." Die ersten Schritte auf ihrem unbeirrbaren Weg machte sie 1959 in Detroit. Damals gründete sie mit Highschool-Freundinnen The Primettes, die im Jahr darauf auf Vermittlung von Smokey Robinson einen Plattenvertrag bei Motown Records unterschrieben und sich 1961 in The Supremes umbenannten. In den darauf folgenden acht Jahren bescherte das Soul-Trio dem Label von Berry Gordy zwölf Number-One-Hits, darunter unvergessene Perlen wie "Where Did Our Love Go", "Baby Love", "You Can't Hurry Love", "Stop! In The Name Of Love" und "You Keep Me Hangin' On".
Diana Ross lässt die Entstehungsgeschichte dieser Titel mit einem Schmunzeln Revue passieren: "Immer wenn ich mich an 'die guten alten Tage' erinnere, kehren meine Gedanken zum Hitsville-Gebäude zurück, in dem wir diese Songs eingespielt haben. Wir haben in jedem Eckchen und jeder Nische des Gebäudes aufgenommen: im Flur, im Treppenhaus, sogar in der Toilette. Ich erinnere mich, dass ich mir eines schönen Abends in der Toilette die Seele aus dem Leibe sang und überlegte, 'ich glaube, das Show Business ist doch nicht so glamourös, wie ich dachte'. Aber ich liebe den Sound dieser alten Aufnahmen."
Die Supremes waren seinerzeit Amerikas populärste Girlgroup und nahmen in der Rangliste der erfolgreichsten Acts Platz drei ein, gleich hinter den Beatles und Elvis Presley. Nach einer letzten gemeinsamen Hitsingle ("Someday We'll Be Together") verließ Diana Ross die Supremes im Januar 1970 zugunsten einer Solokarriere. Eine risikoreiche Entscheidung, die sich jedoch als goldrichtig erwies, denn schon im Juli desselben Jahres führte Diana Ross mit "Ain't No Mountain High Enough" erstmals im Alleingang die Charts an. Dieses Stück stammt übrigens von Ashford & Simpson, die der Sängerin in der Folge weitere Topnummern wie etwa "Remember Me" maßgerecht auf den Leib schneiderte.
Im November 1972 ließ Diana Ross dann mit ihrem Debüt als Schauspielerin aufhorchen. In der Filmbiografie "Lady Sings The Blues" überzeugte sie als Interpretin von Jazz- und Bluesstandards (z.B. "Good Morning Heartache") und verkörperte Billie Holiday bzw. deren Drogensucht und seelisch-körperlichen Niedergang so glaubhaft, dass es dafür gleich eine Oscar-Nominierung gab. 1973 behauptete die Amerikanerin ihren Superstar-Status mit dem Song "Touch Me In The Morning", der die Spitzenposition der Verkaufslisten belegte, und mit dem Album "Diana & Marvin", das ausschließlich Duette mit Marvin Gaye versammelte, darunter "Stop, Look, Listen (To Your Heart)" sowie "You Are Everything". Ende desselben Jahres bewies sie dann zum zweiten Mal in einem Kinostreifen ihr mimisches Talent und machte in "Mahogany" eine ausgesprochen gute Figur. Das Titelthema daraus wurde bei den Academy Awards in der Kategorie "Bester Song" nominiert.
Im März 1976 eroberte Diana Ross abermals die Pole-Position (mit "Love Hangover") und läutete damit ihre Hinwendung zu stark dance-orientierter Musik ein. Dieser Richtungswechsel gipfelte 1980 in Disco-Knüllern wie "Upside Down" (vier Wochen lang Platz eins) und "I'm Coming Out", beide komponiert und produziert von den Chic-Mitgliedern Nile Rodgers und Bernard Edwards. Obwohl sich Diana Ross damals auf dem Zenit einer Traumkarriere befand, erlebte sie eine schwere Krise. Ihre erste Ehe mit Robert Silberstein war in die Brüche gegangen und als geschiedene, allein erziehende Mutter musste sie sich völlig neu orientieren. In "Upside Down" und "I'm Coming Out" verarbeitete sie den Bruch im Privatleben: "Beide Songs drücken genau das aus, was ich damals fühlte", erläutert sie in der Rückschau. "Sie geben den Zustand wieder, wenn man unglücklich ist und obwohl man noch nicht absehen kann, was passieren wird, doch schon genau weiß, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann."
Diana Ross ist eine Kämpferin von Natur, sie meisterte auch diese Herausforderung, befreite sich aus der persönlichen Sackgasse. Sie besann sich auf ihre Stärken und setzte nach dem überwundenen Tief beruflich sogar noch einen drauf. Der Millionseller "Endless Love", im Duett mit Lionel Richie vorgetragen und Titelthema des gleichnamigen Melodrams mit Brooke Shields, schoss 1981 unaufhaltsam an die Spitze der US-Charts und hielt sich dort mehr als zwei Monate lang. Kaum weniger erfolgreich schnitten anschließend "Why Do Fools Fall In Love" (Remake eines alten Frankie-Lymon-Hits) und "Mirror Mirror" ab. Und auch das sexknisternde "Muscles" aus der Feder von Michael Jackson sowie "Chain Reaction" von den Bee Gees machten es sich 1982 bzw. 1986 in den Top 10 bequem.
In der zweiten Hälfte der 80er Jahre ließ es Diana Ross - abgesehen von der Chartspräsenz mit "Workin' Overtime" - etwas ruhiger angehen und kümmerte sich verstärkt um ihre fünf Kinder sowie ihre zweite Ehe (sie hatte 1985 den Norweger Arne Naess geheiratet). In den Neunzigern meldete sie sich jedoch mit einem Paukenschlag zurück. Stevie Wonders "Force Behind The Power" entwickelte sich 1991 zum veritablen Chartbreaker, "Take Me Higher" und "Not Over You Yet" (auf der aktuellen Best-of-Kollektion im "Metro Radio Edit" zu hören) zogen 1995 bzw. 1999 adäquat nach.
Mit der brandneuen, unter Mitwirkung von Guy Chambers (Robbie Williams) entstandenen Einspielung "Goin' Back" steht nun schon der nächste Anwärter auf eine hohe Chartsplatzierung bereit. In der soul-betonten Neuauflage von Diana Ross wird diese Goffin/King-Komposition, die auch Dusty Springfield und Freddie Mercury schon einmal gesungen hatten, sicherlich zum Bestseller. Keine Frage! Doch auch wenn die Veröffentlichung mit eingebauter Hitgarantie dieser Karriere der Superlative ein weiteres Highlight hinzufügen wird - die Prioritäten hat Diana Ross längst woanders gesetzt: "Wenn ich mein Leben und meine Karriere in einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre das: Liebe. Davon singe ich. Die Liebe ist mir am wichtigsten. Es geht nicht um Erfolg und Ehrungen. Dafür ist das Leben selbst einfach zu wunderbar!"
Das Albumcover sowie Fotos zum downloaden finden Sie unter www.emi-promotionservices.de
VÖ 19.11.2001/ November 2001
